Wie funktioniert eigentlich Segelfliegen?

Jedes Segelflugzeug muss beim Start zuerst mit fremder Hilfe auf eine gewisse Ausgangshöhe gebracht werden, bevor es selbständig weiterfliegen kann, sofern es nicht über einen anderen Antrieb (Selbststarter) verfügt, was in den letzten Jahren immer häufiger wurde. Dazu wird es meistens von einem Motorflugzeug oder von einer Seilwinde geschleppt. Zusätzlich gibt es noch die Methode mit dem Auto zuschleppen.Dieses wird aber nur noch selten praktiziert, und wenn, dann in den USA. In den Anfängen des Segelflugs startete der Pilot durch Anlaufen an einem Hang. Komfortabler waren da schon die Starts mit dem Gummiseil, welches durch zwei Gruppen ausgezogen wurde.

Heutzutage bringen moderne Seilwinden ein Segelflugzeug beim Start auf etwa 300 bis 600 Meter Ausgangshöhe, wobei hierbei entweder Stahl- oder Kunststoffseile verwendet werden. In der Regel beträgt die Länge der Schleppstrecken zwischen 800 Metern und 1500 Metern. Nach dem Ausklinken des Schleppseils kann das Segelflugzeug ohne weiteren Antrieb im Gleitflug weiterfliegen. Dabei sinkt das Flugzeug je nach Bauart und Geschwindigkeit mit etwa 0,5 bis 2 m pro Sekunde. Dieses gilt allerdings nur bei ruhigen Luftmassen. Andenfalls kann es auch schon mal rapide "in den Keller" gehen. Das Verhältnis der Horizontalgeschwindigkeit zur Sinkgeschwindigkeit ist die Gleitzahl. Durch geschicktes ausnutzen natürlicher Energiequellen wie Thermik oder Hangwind, kann man mit einem Segelflugzeug Höhe gewinnen und somit auch längere Strecken zurücklegen. Bei entsprechender Wetterlage sind Flüge von mehreren Stunden Dauer und Streckenflüge von über 1000 km möglich.


F-Schlepp

Windenstart


Thermik

Ein Segelflugzeug kann immer dann Höhe gewinnen, wenn es gelingt, in einer Luftmasse zu fliegen, die schneller aufsteigt als das Flugzeug absinkt. Für dieses Prinzip gibt es sehr gute Lehrmeister: die Raubvögel oder Störche. Höhe gewinnen bedeutet also Kreisen in einem Thermikschlauch, also sich möglichst nahe dem Zentrum aufsteigender Luft zu bewegen. Kondensiert die Luft aus, bei Wolkenthermik, ist es relativ leicht die vorhandenen Aufwinde zu lokalisieren. Haben wir aber eine so genannte Blauthermik, also keine Wolkenbildung, ist es entsprechend schwieriger die Aufwinde zu finden.

Hangaufwind

Eine besondere Art der Thermik ist der Hangaufwind. Hier kann bei günstigen Wetterlagen, wenn der Wind quer zu einem Hang steht, der aufsteigende Wind an der Hangkante zum Fliegen genutzt werden. Allerdings sind die Flughöhen im Gegensatz zur Wolkenthermik in der Regel eher gering. Trotzdem lassen sich auf diese Art und Weise sehr große Strecken zurücklegen.